Zucht

Kriterien eines Zuchttiers

Die Rennmaus…

…muss mindestens 6 Monate alt sein.

…darf keine Überforderung bei der Jungtieraufzucht zeigen.

…muss zutraulich und neugierig sein und darf nicht beißen.

…darf keine Aggressionen gegen Artgenossen oder den Menschen zeigen.

…muss ein natürliches Verhalten zeigen, ohne Stereotypien.

…muss frei von Erbkrankheiten sein.

…muss frei von Polydaktylie/deformierten Körperteilen sein.

…muss frei von Infektionen sein.

…sollte ein stimmiges Gewicht von 75g – 120g haben.

…sollte einen robusten Körperbau haben.

…sollte einen gerade Rücken ohne Buckel haben.

…sollte kleine runde Ohren, große mandelförmige Augen und eine kurze Nase mit gradem Nasenrücken haben

…sollte einen langen, graden, kräftigen Schwanz haben – eine Quaste ist wünschenswert.

Meine Zucht

Ich beschäftige mich seit Jahren mit der artgerechten Haltung, artgerechtem Zubehör, gesunder Ernährung und deren Auswirkungen auf die Rennmäuse und auf deren Erbgut.

Seriös zu züchten bedeutet für mich, mit ausgewählten Tieren, wenige aber dafür gewünschte Würfe zu zeugen und dabei auf Körperbau und Krankheiten zu achten und positive Eigenschaften zu verstärken.

Da nicht alle Rennmäuse selbstständig Wurfpausen machen, übernehme ich die Geburtenkontrolle und setze gezielte Verpaarungen an. Dabei hat ein Weibchen nie mehr als 3 Folgewürfe und anschließend grundsätzlich mindestens 3 Monate Pause.
Die Jungtiere bleiben mindestens bis zur 12. Woche im Familienverband und möglichst viel Sozialverhalten im Familienverbund zu lernen. Manche Jungtiere bleiben zur Beobachtung, Entwicklungskontrolle oder als neue Zuchttiergeneration länger bei mir.
Meine Mäuse werden nur an verantwortungsvolle, freundliche und vor allem informierte Menschen abgegeben.

Rückzüchtung

Wenn man Gene betrachten könnte, sieht man positive und negative Eigenschaften. Je nach Konstellation der Gene werden diese nur genetisch getragen, ohne das man es sieht, oder es werden von der Eigenschaft mehrere Gene der Eltern vererbt, sodass sie deutlich sichtbar wird. Wenn zwei Mäuse verpaart werden die Gene einer oder mehrerer Krankheiten tragen, werden diese Krankheiten mit hoher Wahrscheinlichkeit sichtbar. Deswegen denken viele das durch Inzucht Krankheiten hervorgerufen werden. Das ist aber falsch, denn sie werden nicht durch die Inzucht verursacht, sondern sichtbar, weil beide Elterntiere die Krankheiten genetisch im Erbgut getragen haben.

Deshalb überprüfe ich meine Zuchttiere durch gezielte Inzuchtverpaarungen auf Krankheiten, um ggf. kranke Linien auszusortieren und nur mit gesunden Tieren weiter zu züchten. Jedoch kreuze ich auch regelmäßig fremdes Blut ein, um einen tatsächlichen Inzuchtschaden zu vermeiden, der nach mehreren Generationen auftreten würde, wenn der Genpool zu eng wird.

Genauso können aber auch positive Eigenschaften aufeinander treffen und sich durch gezielte Inzucht verstärken.

Wenn man sich mit der natürlichen Lebensweise von Mäusen mal beschäftigt, versteht man auch warum Inzucht bei Mäusen erst ab einem gewissen Grad grenzwertig wird.
Rennmäuse leben in einer großen Gruppe mit eine Alpha-Pärchen welches sich alleine fortpflanzt und die Geschlechtsreife der anderen Mäuse im Clan unterdrückt. Stirbt ein Alphatier rückt eine andere Maus nach. Meistens ist dieses ein eigengezeugtes Jungtier. So entsteht eine natürliche Inzucht und somit eine natürliche Auslese der kranken Tiere.

Eine detailliertere Erklärung zum Thema Inzucht würde hier den Rahmen sprengen.

Meine Zuchtziele

Allgemeines

Ich möchte meinen Wissensstand stets erweitern und die Thematiken Verhalten, Zucht, Genetik, Krankheiten, u.v.m. sind so groß, das man nie ausgelernt hat.

Gleichzeitig möchte ich mein Wissen aber auch weitertragen und aufklären, um zum Umdenken anzuregen, denn eine Zucht kann artgerecht und ehrlich von statten gehen. Um dies zu vermitteln, bin ich 1. Vorsitzende der Interessengemeinschaft Nagerzucht und leite die Rennmausshow Deutschland.

Jeder Zuchtanfänger ist bei mir herzlich Willkommen, da ich nicht vergessen habe wie ich mal angefangen habe. Ich helfe gerne bei Fragen, solange ich merke das die Person es auch ernst meint.

Gesundheit

In der Forschung wurden Epilepsie-Linien gezüchtet, um an erkrankten Mäusen Medikamente zu testen.
Ich möchte mit ausgewählten Tieren versuchen Epilepsie, Knicke, Tumore und andere Erbkrankheiten auszuschließen. Dafür beobachte ich meine Tiere sehr lange, in den verschiedensten Situationen, um sicher zu gehen, dass sie gesund sind. Sollte mal ein Tier mit einem genetischen Defekt auftreten, wird diese Zuchtlinie geschlossen und alle bekannten Verwandten aus der Zucht genommen, um eine Weitervererbung zu verhindern. Wurden Tiere aus der Linie an andere Züchter abgegeben, wird dieser sofort darüber informiert.
Da sich manche Zuchtkriterien erst nach mehreren Monaten zeigen, setze ich meine Mäuse frühstens ab dem 6. Monat zur Zucht ein.
Ausserdem möchte ich gerne langlebige Mäuse züchten, die mindestens 4 Jahre alt werden. Um die Langlebigkeit zu fördern, bekommen meine Tiere argerechtes Futter, welches ich selbst zusammenstelle.
Vor der Abgabe werden die Tiere beim Tierarzt vorstellig, auf Parasiten getestet und auf Krankheiten untersucht.
Um auch nach der Abgabe meine Zuchtlinien kontrollieren zu können, halte ich den Kontakt zu den neuen Besitzern. Nur so kann ich kontrollieren wie langlebig diese Zuchtlinie ist und ob Krankheiten auftreten.

Ich organisiere regelmäßige Rennmaustreffen, wo sich Halter und Züchter zum quatschen und basteln persönlich kennen lernen können.

Verhalten

Das Verhalten der Mäuse hat durch Massenvermehrung, Kinderzimmerzuchten, unerfahrene und unehrliche Zuchten stark gelitten. Viele Mäuse zeigen Aggressionen, lassen sich nur noch in 2er Gruppen halten und nicht mehr vergesellschaften.
Meine Mäuse sollen in der Lage sein, sich auch in Großgruppe wohlzufühlen und dabei ein natürliches Verhalten zeigen. Ebenso sollen sie keine Schwierigkeiten bei der Vergesellschaftung haben.
Mongolische Rennmäuse sind von Natur aus neugierig und können sehr zahm werden, um nicht aufdringlich zu sagen. Dieses Verhalten möchte ich fördern. Deshalb setze ich keine scheuen, stressanfälligen, aggressiven oder bissigen Tiere zur Zucht ein.

Ebenso dürfen meine Zuchttiere keine Überforderung bei der Aufzucht der Jungtiere zeigen.

Da mehr als 6 Jungtiere schwer durchzubringen sind und die Elterntiere darunter leiden, sollten sie wenn möglich nur 3-5 Jungtiere pro Wurf zur Welt bringen. Bei einer höheren Anzahl der Jungtiere bekommt die Mutter maximal 2 Würfe in Folge und eine längere Zuchtpause um sie nicht zu strapazieren. Bei kleineren Würfen bekommt das Weibchen max. 3 Würfe in Folge und erholt sich dann in einer Zuchtpause.

Gesundes Aussehen, Farbe und Fell

Der Körperbau steht mit der Gesundheit im Vordergrund. Ein schönes Zuchttier hat ein stimmiges Gewicht von mindestens 75g -120g, wohlgeformte kleine runde Ohren, große mandelförmige Augen, eine runde kurze Nase mit geradem Nasenrücken, ein schöner runder Rücken ohne Buckel und ein langer gerader kräftiger Schwanz, der mit einer kräftigen Quaste endet.

Außerdem sollte die Maus zwischen 10cm – 14cm groß und der Schwanz zwischen 8cm – 10cm lang sein.

Ich möglichst klare Farben und klare Scheckungen erreichen, da in der heutigen Züchterwelt alles wild verpaart wird und mittlerweile einige ursprüngliche Farben immer mehr verschwinden und teilweise sogar nicht mehr erkannt werden. Manche Farbkombinationen die „im kommen sind“ führen sogar zu Jungtiersterben.

Das zeigte mir das Ziel gesunde ursprüngliche Farben zu erhalten.

So habe ich mich auf CC Fuchs, Dilute ohne gesundheitliche Probleme und Starkschecken ohne WP Gen (Weißpfoten – Gen) spezialisiert. Sogenannte “Sonderfarben” wie Superschecken die über WP gezogen sind oder Blau meliert wird man bei mir nicht finden!

Der Werdegang eines Züchters und Züchter unter sich

Als Zuchtanfänger musste ich erst lernen mit Kritik umzugehen, um später festzustellen das andere – zu der Zeit erfahrenere Züchter – eventuell doch nicht ganz unrecht hatten.

Ich bin dankbar über konstruktive Kritik, denn nur durch diese Kritik kann ich mich verbessern und weiter dazu lernen. Denn wenn man schweigt, muss man sich nicht wundern, das die Situation auf einer Stelle stehen bleibt und sich nichts zum Positiven verändert. Deswegen nehme ich positive und negative Meinungen stets dankend an.

Heute gibt es viele private Halter, Hobbyzüchter und auch viele getarnte “seriöse Züchter” die mit ihren Mäusen Nachwuchs bekommen und eigentlich gar nicht wissen was sie dort tun. In solchen Fällen sollte jeder freundlich helfen, aufklären und nicht wegschauen oder sich gar “das Maul zerreißen”. Ebenso sollten unwissende Züchter aber auch kritikfähig sein, um sich und ihre Situation zum Besseren zu verändern.

Ich musste feststellen, das es in der Züchterwelt untereinander nicht so einfach ist, wie man im ersten Moment denkt. Züchter untereinander gönnen sich häufig keine Erfolge und streuen Gerüchte übereinander. Vieles ist vorgetäuscht und falsch. Andere Meinungen werden häufig nicht akzeptiert oder sogar beschimpft. Deshalb solltest du jedes Gerücht hinterfragen und mit dem Mensch eigene Erfahrungen machen, bevor du etwas glaubst und nachplapperst.

Ich kann Zuchtanfängern nur raten:

Kritik ist nicht böse gemeint, sondern nur eine helfende Hand, damit du dich verbessern kannst. Das ist für dich nur von Vorteil.

Außerdem solltest du aufpassen mit wem du dich umgibst. Züchter die dir helfen, sind die richtigen Ansprechpartner. Züchter die nur lästern und über Leute herziehen, sollten gemieden werden. Sei kein Mitläufer. Es gibt auch andere Züchter, die netter sein. Dazu passt folgendes Zitat:

"Die wirklich großen Leute lassen dich fühlen, dass auch du groß werden kannst."